(50)  Zum Jubiläum: Gastgarten & Feierstimmung. 

 Kolumnentext in den OÖN vom Dienstag, 22. Juni 2021


Wenn etwas zum 50. Mal passiert, sich jährt oder einfach nur wiederholt, dann ist dies meist ein Grund zum Feiern, zumindest aber, um anerkennend zurückzu-blicken. Natürlich gibt’s da Ausnahmen. Der fünfzigste Zahnschmerz, die fünf-zigste Radarstrafe oder das fünfzigste Gegentor bei einer EM sind da nur drei mögliche Beispiele. Manche schlittern mit 50 in eine Krise, andere wiederum nehmen einen 50er zum Anlass, etwas in ihrem Leben zu ändern oder zu wechseln, z.B. bei der Goldenen Hochzeit die …. Nein, werde ich nicht machen, aber es gibt da wirklich welche, die das beinhart durchziehen. Besondere Ereignisse bedürfen eben manchmal besonderer Maßnahmen. Um's kurz zu machen: Dies ist die 50. Ausgabe der WWW-Kolumne und es freut mich, dass wir, also Sie als Leser und ich als Schreiber, so lange gemeinsam durchgehalten haben. Klar war nicht alles, was mir aus den Fingern rann, nach jedermanns Geschmack, es mag ja auch nicht jeder Blutwurst oder Sellerie-Eis. Sollte ich jemandem gar zu fest auf die Zehen gestiegen sein, tragen Sie mir’s bitte nicht nach, ich hab’s nicht wirklich bös gemeint und mache es garantiert wieder.

 

Jetzt wird’s erstmal Zeit, mit Muse die Landesausstellung zu genießen, ohne gleich kritische oder ironische Gedanken zu Papier zu bringen. Das macht in den nächsten Monaten ein anderer, ein Profi, der frischen Wind in die Steyrer Literaturlandschaft bringen soll. Falls Sie’s noch nicht wussten: Wir haben einen Stadtschreiber, einen umtriebigen Herrn aus Berlin, der sich daranmacht, Steyr zu erforschen, zu beschreiben und sich über die alte Eisenstadt literarisch auszutoben. Der ist gut, so hört man, der Mann soll was können. Also seien Sie unbesorgt, die Lücke, die ich reiße, ist temporär und bald im Übermaß gefüllt. Man darf wieder raus, die Gastgärten füllen sich, Kulturschaffende jeder Art und Klasse zeigen ihre kreativen Ergüsse. Ich durfte in den letzten 14 Monaten auf einigen „Bühnen“, wenn auch nur virtuell und digital, aktiv sei. Ihr Kolumnist erlaubt sich nun eine verdiente Phase des Genusses und wird sich daran vergnügen, was andere zuwege bringen.

 

Tun Sie’s mir gleich, Musiker, Sänger, Schauspieler, Literaten, Tänzer und viele andere sind gut drauf, strotzen vor Energie und wollen beachtet werden. Wenn ich mir die Liste der Veranstaltungen in den Medien anschaue, fällt die Auswahl wirklich schwer, Terminkollisionen sind unausweichlich. Ein wenig werde ich mich mit dem textQuartett Steyr schon einbringen, man wird von uns hören und hoffentlich lesen.

 

Und nachdem es sonst niemand macht, belohne ich mich zum Abschluss selbst. Mit einem sommerlichen Geschenkkorb, weil ich mit mir und dem, was ich aus dem schwierigen Jahr gemacht habe, zufrieden bin. Auf einige Utensilien im Korb würde ich liebend gerne verzichten, doch ohne 3G-Nachweis und irgendeine Art von modischer Maske wird wird’s so schnell nichts werden. Riskieren Sie meine Therapie, verwöhnen Sie sich als tapferer und verantwortungsbewusster Erdul-der der Pandemie selbst mit einem Motivations-Korb. Durstlöscher, Vitamine, Ukulele, Musikanlage, Lesematerial, Sonnenschutz, Badehose und Badeschuhe, Kleingeld für ein Buburuza-Eis, so sieht meine Checkliste aus. Zur Sicherheit die Kreditkarte, Fehlendes wird umgehend nachgerüstet, wir sind ja nicht im Dschungel. Wobei mir der Zustand der Entsorgungsinseln und das idiotische Umweltverständnis mancher Mitbürger ganz anderes vermitteln. Doch Schluss jetzt mit Beschwerden und Jammern, mit Home-Office, Distance-Learning und Extreme-Social-Distancing, nun ist Post-Corona-Entertainment angesagt, um im gängigen Jargon zu bleiben. Und sollten Sie mich irgendwo unbeholfen Ukulele-klimpernd entdecken, dann haben Sie keine Scheu, mich vor einer drohenden Dehydrierung zu retten, der nächste Wirt oder Supermarkt ist sicher nicht weit.

 

Bevor uns das Schicksal endgültig voneinander trennt, möchte ich zum Schluss freudig kundtun: Es hat Spaß gemacht, die Rückmeldungen, die vielen inspirie-renden Kontakte waren überaus erbaulich. So erbaulich, dass ich für den Herbst schon ein paar Ideen hätte, z.B. ……… Na, warten Sie's ab, man liest sich vielleicht wieder.