Montag, 16. März 2020

Negativ oder positiv.

(Donald) "Hello Kim, hörst du mich?"

(Kim) "Wer spricht da, wie kommen Sie zu meiner Nummer?"

(D) "Ich bin's, Donald, dein Freund. Du weißt schon, der Präsident von Gottes Gnaden aus Amerika."

(K) "Ach ja, der Amerikaner mit der lustigen Frisur. Hast du die immer noch?"

(D) "Hör auf zu ätzen. Wenn einer eine komische Frisur hat, dann bist du das."

(K) "Wenn du mich weiterhin so beleidigst, drücke ich auf den roten Knopf."

(D) "Spar dir deine Drohungen, ich habe dir was Wichtiges mitzuteilen: Ich bin negativ, verstehst du, tatsächlich negativ."

(K) "Das ist aber wirklich keine Neuigkeit, das weiß ich doch schon lange. Da war nichts Positives zu erwarten."

(D) "Ich dachte, du freust dich, immerhin haben wir uns richtig zärtlich umarmt."

(K) "Ja, das war unbestritten negativ, und ich bin froh, dass es vorbei ist."

(D) "Du hast mich nicht verstanden. Ich bin negativ und du brauchst dir keine Sorgen zu machen. Alles ist gut."

(K) "Nichts ist gut. Bei unserem Erzfeind im Süden wütet ein böser Virus und du denkst nur an dich. Das schaut dir ähnlich, du grässlicher Egoist."

(D) "Das stimmt überhaupt nicht, ich habe mir ernsthaft Sorgen um dich gemacht. Darum rufe ich ja an, weil du mir am Herzen liegst."

(K) "Du lügst, wie du wahrscheinlich von klein auf gelogen hast. Was dir am Herzen liegt ist, wie du mich am schnellsten ums Eck bringst. Das wird dir nie gelingen."

(D) "Wollen wir wetten, dass ich das irgendwann schaffe? Außerdem, so wie du aussiehst und mit deinem BMI gehörst du sowieso zur Risikogruppe. Irgendwann werden dir die Chinesen einen Virus schicken, der dir echt den Garaus macht."

(K) "Leere Drohungen, nichts als leere Drohungen. Aber was soll man schon von jemandem halten, der mit Malaria durch die Welt reist. Du unfähiger Grottenolm."

(D) "Sie heißt Melania, du größenwahnsinniger Dickwanst. Nicht einmal das kannst du dir merken, du hirnloses Schlitzauge. Ach, mit dir rede ich nicht mehr. ENDE!"

Dienstag, 17. März 2020

Sprachtalente.

(Marco Arnautovic) "Andi, kannst du mich hören?"

(Andreas Herzog) "Klar und deutlich. Wer spricht dort?"

(M) "Ich bin's, Marco. Aber ich versteh dich so schlecht."

(A) "Dass du was nicht verstehst, wundert mich jetzt gar nicht, das ist normal."

(M) "Das versteh ich jetzt nicht. Sag, wie geht’s dir in der Quala…, äh Fremde?"

(A) "Wie du schon sagtest: Eh. Geht eh. A bisserl fad ist's halt, sonst passt's eh."

(M) "Wenn ich an deiner Stelle wäre, würde ich zum Beispiel eine Fremdsprache lernen. Jetzt hättest du jede Menge Zeit dafür."

(A) "An Sprachkurs kenntast du a brauchn. Deutsch für Ausländer, den Grundkurs."

(M) "Du meinst wahrscheinlich Chinesisch, weil ich ja derzeit in Shanghai spiele."

(A) "Na, na, Marco, i man schon Deutsch. Da gibt's genug Verbesserungspotenzial. Da werden zwei Wochen Quarantäne wahrscheinlich nicht reichen."

(M) "Genau, Quarantäne, das war's. Ist mir zuerst nicht eingefallen. Und, Alter, wie ist das Wetter bei dir in Bethlehem?"

(A) "Wie kommst du auf Bethlehem, ich sitze hier in Tel Aviv fest. Ziemlich fest."

(M) "Ist nicht doch Bethlehem die Hauptstadt von Israel? Bis du dir wirklich sicher? Ich dachte, wir hätten das so in Religion gelernt. Da hatte ich sogar einen Einser."

(A) "Und in Geografie wahrscheinlich einen Elfer, das wäre verständlich gewesen."

(M) "Wie meinst du das jetzt wieder? Du sprichst in einen Rätsel, Andi."

(A) "Erstens heißt das IN RÄTSELN, und zweitens war's ein Scherz."

(M) "Das freut mich, dass du auch in der Quantität den Humor nicht verlierst. Cool."

(A) "Quarantäne, Marco, das heißt Quarantäne. Das bedeutet so viel wie Isolierung, verstehst du? Zum Schutz vor ansteckenden Krankheiten."

(M) "Darf man da so ohne weiteres Telefonieren? Du, Andi, nimm's nicht zu leicht."

(A) "Marco, ich muss jetzt aufhören, der strenge Doktor kommt kontrollieren. Macht einen Abstrich, ob wieder alles passt. Danke für deinen Anruf, war super von dir."

(M) "Ja, eh, ich bin schon echt super. Und, Alter, tut der weh, so ein Aufschnitt?"

(A) "Abstrich heißt das, Marco. Und überleg dir das mit dem Deutschkurs. Ciao."


Mittwoch, 18. März 2020

Schlafmanko.

(Robert Kratky) "Hallo und guten Morgen Österreich!"

(Gerda Rogers) "Robert? Ist alles in Ordnung, geht's Ihnen gut? Tief durchatmen."

(R) "Aber ja, alles bestens. Wer sind Sie und warum rufen Sie um diese Zeit an?"

(G) "Gerda spricht, und von wegen guten Morgen, es ist 15 Uhr 30, lieber Robert."

(R) "Ach nein, die Gerda vom Himmel, das haut mich jetzt echt um. Was ist los?"

(G) "Na, Sie haben mich doch gebeten, die Ö3-Gemeinde morgen Früh mit positiven Horoskopen fröhlich zu stimmen. Erinnern Sie sich nicht mehr?"

(R) "Dürftig, sehr dürftig, verehrte Frau Rogers. Aber wenn Sie es sagen. Gibt's ein Problem, bringen Sie das etwa nicht hin?"

(G) "Grundsätzlich schon, aber wissen Sie, der Corona, der boykottiert uns da schon ganz ordentlich. Ich trau mich nicht mehr außer Haus."

(R) "Nun, wenn Sie die Hose davor voll haben, ins Studio zu kommen, dann erzählen Sie Ihren Stumpfsinn eben übers Internet, das schaffen wir schon."

(G) "Robert, Sie wissen schon, dass ich eine Dame bin, also mäßigen Sie sich bitte."

(R) "Jetzt hör mal zu, Quasseltante. Entweder du ziehst eine Windelhose an und kommst ins Studio oder du machst schleunigst einen Seniorenkurs "Internet for Dummies" und lieferst deinen Quatsch online."

(G) "Robert, ich bin entsetzt, wie können Sie nur so respektlos verfahren mit mir, also das tut mir jetzt schon richtig weh. Außerdem gehöre ich zur Risikogruppe."

(R) "Sorry, das musste trotzdem einmal gesagt werden. Nur abkassieren wollen, das spielt's nicht bei mir, immerhin bin ich der Ö3-King."

(G) "Von wegen King, ein ignoranter Macho mit Bauchansatz, Mundgeruch und Minderwertigkeitskomplexen, das sind Sie. Die Sterne lügen nie."

(R) "Aber hallo, jetzt reicht's aber. Mich mitten in der Nacht aufzuwecken, mich in der wohlverdienten Quarantäne zu stören und dann auch noch zu beflegeln. STOP."

(G) "Robert, lassen wir's einfach. Ich wollte Ihnen nur mitteilen, dass ich Ihnen per WhatsApp eine Audio-Message mit den Horoskopen aller Sternzeichen für die nächsten Tage geschickt habe. Fühlen Sie sich mit dem Götz-Zitat beworfen. ENDE."


Donnerstag, 19. März 2020

Einsam hoch zwei.

(Gery Keszler) "Hallo! Wer wagt es, mit so einer schrägen Nummer anzurufen?"

(Andreas Gabalier) "Gery, ich bin's, der Andi. Schreck dich bitte nicht, aber ich bin gerade ein wenig einsam. Wie geht's dir, so eingesperrt und ohne Leute rundherum?"

(G) "Andi, du Quälgeist. Bis vor einer Minute ging's mir noch ausgezeichnet. Aber sag, wie kommst du zu dieser schlauen Telefonnummer?"

(A) Für die Nummer kann ich nichts, die hat mir der Hansi Hinterseer zum Geburtstag geschenkt. 0650/4711 0815 ist echt schräg, aber dafür leicht zu merken."

(G) "Na, jetzt ist es klar, der ist eifersüchtig auf dich. Der muss mit 100 Grufties auf das Kitzbüheler Horn hatschen und bei dir kommen 100.000 Girlies ins Stadion."

(A) "Meinst du wirklich, dass der Hansi so ist? Andererseits, böse ist die Nummer schon irgendwie. Wie würdest du dieses Geschenk interpretieren?"

(G) "Na ja, mit 4711 will er dir verdeutlichen, dass dein Rasierwasser ein Schmarrn ist, und die 0815 steht dafür, dass du nur ein durchschnittlich interessanter Typ bist."

(A) "Nein, ich glaub's nicht, so ein Hund ist der Hansi. Dem werde ich beim nächsten Musikantenstadl die Meinung geigen. Oder einen Quargel in die Moon Boots legen."

(G) "Mein Lieber, du hast es aber auch faustdick, so kenn ich dich gar nicht."

(A) "Ja, der blonde Schnulzensänger hat da einen schlafenden Hirschen geweckt, dem werde ich noch das Fürchten lernen."

(G) "Du meinst wahrscheinlich schlafenden Löwen, Andi, oder? Weil einen Hirschen, den fürchtet der Blondl nicht, so einen hat der in Tirol schon öfter gesehen."

(A) "Gesehen vielleicht schon, aber noch nicht gespürt. Dem steck ich mein Geweih aber so in den, du weißt schon, dass ihm Hören und Sehen vergeht."

(G) "Du meinst diese Riesengeweih, dass du bei den Konzerten immer mit hast? Au!"

(A) "Genau das meine ich. Und du kannst dir ja vorstellen, wie das hinten so ist."

(G) "Andi, du bist echt brutal, dich möchte ich nicht zum Feind haben. Niemals."

(A) "Du Gery, ich muss jetzt aufhören, ich habe zu tun. Rachepläne schmieden. Danke für deine Hilfe, psychologisch hast du echt was drauf. Servus."

(G) "Gerne Andi, und ich mag dich auch. Wir bleiben bitteschön Freunde. Bussi."



Freitag, 20. März 2020

Freundschaft.

(H.C. Strache) "Ja, bitte? Mit wem spreche ich? Fassen Sie sich kurz."

(Johann Gudenus) "HaCe, ich bin's, der Johann. Du weißt doch, der mit der Glock."

(H) "Ach nein, der pantomimische Revolverheld mit Zweitsprache Russisch. Gibt's dich auch noch? Wie gesagt, fasse dich kurz, was willst du?"

(J) "Jetzt sag bloß, du hast für einen alten Kumpel keine Zeit. Du hockst doch sicher ebnso nur isoliert zuhause und schmollst. Mach mir nix vor, HaCe, ich kenn dich."

(H) "Schmollen, mein lieber Freund, das machen nur Loser. Ich bin ein Winner, da gibt's nur den Blick nach vorne. Yesterday is over - Bürgermeister is the Future."

(J) "Ja, ja, over is schon gut, over and out aber ganz schlecht. Du hast mich da ganz schön reingeritten mit deiner geilen Oligarchin. Aber Schwamm drüber, ich brauche was von dir. Ganz dringend."

(H) "Ach nein, das ist mir aber jetzt neu. Du brauchst was? Wann hast du eigentlich nichts von mir gebraucht? An meinen Lippen hast du stets gehangen, lieber Freund."

(J) "Mag schon sein, ist mir auch peinlich, aber sag mir endlich, was du nimmst."

(H) "Das fragst ausgerechnet du mich? Du weißt genau, was ich wofür nehme, wir haben die Preisliste gemeinsam entworfen. Für Kronen Zeitung, Wasserrechte usw."

(J) "Das weiß ich schon, ich bin doch nicht dement, nur etwas aufgeregt. Also was nimmst du, was wirfst du ein, damit du das alles aushältst? Ich brauch das auch."

(H) "Johann, du meinst doch nicht etwa, ich nehme Drogen? Ach Tschapperl, die Liebe ist's, die mich so stark macht. Meine Philippa ist ein Traum, das macht's aus."

(J) "Nein, das glaube ich nicht. Die Philippa und du, ihr werft was ein. Jeder andere wäre aus Schamgefühl schon gestorben. Oder irgendwo runtergesprungen."

(H) "Jetzt pass mal auf, Cowboy. Es geht dich einen feuchten Humus an, was ich medikamentös so mache. Du hättest das übrigens nehmen sollen, bevor du dich vor der Kamera so zum Idioten machst. Kann Russisch und spielt dann Kasperltheater."

(J) "Nicht mal ein kleiner Tipp, so unter Freunden? HaCe, Blutsbruder, erbarme dich meiner armen loyalen Seele. He, Oida, bitte, lass mich nicht einfach so hängen."

(H) "Also, gut, du alter Jammerlappen, ich schick dir das Rezept zu. ENDE."




Samstag, 21. März 2020

Auf Tauchstation.

(Karl-Heinz Grasser) "Was ist los, liebste Fiona, warum rufst du mich an?"

(Fiona Grasser) "Weil ich dich nicht finde, Karl-Heinz. Wo steckst du?"

(K) "Mach dir keine Sorgen, ich bin im Haus und mir geht's recht gut."

(F) "Sag bloß, du hast dich versteckt. Warum machst du das, wir sind doch ein Paar?"

(K) "Ja, grundsätzlich schon, aber deine Mutter ist Italienerin. Verstehst du jetzt?"

(F) "Na hallo, seit wann fürchtest du dich vor deiner Schwiegermutter?"

(K) "Zugegeben, schon immer, derzeit aber etwas mehr, wegen dem Corona."

(F) "Und vor mir, Karl-Heinz, fürchtest du dich da auch? Ich bin schließlich ebenso wie meine Mami eine Italienerin." 5 sec Pause "Warum sagst du nichts, Karl-Heinz?"

(K) "Weil ich gerade nachdenke. Und außerdem ist der Empfang ganz schlecht."

(F) "Aber das ist doch eine einfache Frage, was gibt's da lange nachzudenken?"

(K) "Ja, ja, das haben die Staatsanwälte in den letzten Jahren auch immer behauptet, und dann haben sie mir das Wort im Mund umgedreht. Ich bin ein gebranntes Kind."

(F) "Du bist eher ein dummes und ungezogenes Kind. Also zeig dich schleunigst, du kleiner Ausreißer, sonst kürze ich dir mit sofortiger Wirkung das Taschengeld."

(K) "Das brächtest du wirklich übers Herz? Du bist genauso hartherzig wie deine Mutter, wie soll man sich da nicht fürchten, ganz unmöglich. Ich bleibe, wo ich bin."

(F) "Wie du meinst, Karl-Heinz. Hast du auch genug zu essen und zu trinken dabei?"

(K) 5 sec Pause "Könntest du mir was bringen, nur für drei, vier Tage. Und das Ladegerät für mein Handy und einen Pyjama, bitte. Die Übergabe plane ich noch."

(F) "Jetzt sag doch endlich, wo du steckst. Ich habe keine Lust, alle Stockwerke unserer Villa nach meinem kleinen Feigling zu durchsuchen. Also, wo bist du?"

(K) "Nur wenn du mir hoch und heilig versprichst, es niemandem zu verraten, meiner Schwiegermutter schon gar nicht. Versprochen, Fiona-Hasi?"

(F) "Lass dein erbärmliches Hasi-Gejammere, bleib doch wo du bist und lass mich in Ruhe. Hauptsache, wir haben noch genügend Klopapier am Dachboden."

(K) "Woher weißt du, wo ich bin? Hast du vielleicht mein Handy orten lassen, du böses Mädchen? Warte, ich komm jetzt runter und versohl dir den Hintern. ENDE."