Montag, 23. März 2020

Sehnsucht.

(Mausi Lugner) "Richie? Herr Richard Lugner? Was ist los? Ich hab‘ dir doch gesagt, du sollst mich gefälligst nicht mehr anrufen."

(Richard Lugner) "Das stimmt nicht ganz, Mausi. Du hast gesagt, ich soll dich erst wieder anrufen, wenn ich tot bin. Ja, das hast du gesagt.“

(M) "Und, bist du nun tot?“

(R) "Natürlich nicht, Dummerchen, sonst könnte ich dich ja nicht anrufen. “

(M) "Na also, dann hören wir sofort wieder auf zu telefonieren und warten. Du hältst dich nicht an unsere Vereinbarungen. Und das mit dem Dummerchen lässt du gefälligst, da krieg ich Gänsehaut und Pusteln.“

(R) „Entschuldige Mausi, aber seit dem Opernball hat keiner mehr mit mir gesprochen. Das halt ich nicht aus, ich hätte doch so viel Wichtiges zu sagen.“

(M) "Wichtiger wäre jetzt, dass du dich richtig ernährst, Richie. Kriegst du auch genug zu essen? Du wirkst irgendwie unterzuckert und durcheinander.“

(R) "Doch, ich krieg genug, ich bekomme jetzt Essen auf Rädern, und die machen das echt gut, allerdings fehlt mir der italienische Touch ein bisschen. Kannst du mir nicht eine kleine Pizza bringen? Bitte, Mausi, da ging's mir dann gleich viel besser.“

(M) "Warum rufst du da ausgerechnet mich an und nicht dein Hasi, Spatzi, Katzi oder Schweindi?"  5 sec Pause  "Richie, lebst du noch?"

(R) "Ja, ja, ich habe nur gerade nachgedacht, aber an ein Schweindi kann ich mich beim besten Willen nicht erinnern. Siehst Mausi, mit mir geht’s rasend schnell bergab. Kein Wunder, ich gehöre ja zur Risikogruppe."

(M) "Zur Risikogruppe gehörst du im Grunde schon seit deiner Jugend und du lebst immer noch. Also, sei froh und glücklich und bleib brav zuhause, Richie. Und vor allem, ruf mich bitte nicht mehr an."

(R) "Ja, gut, mache ich alles, aber nur, wenn du mir eine Pizza bringst. Sonst muss ich selber raus und mir eine besorgen. Kannst du das wirklich verantworten?"

(M) "Ich lass mich von dir doch nicht erpressen, du elender Womanizer. Ruf doch deinen Weibchen-Zoo einmal durch, vielleicht haben die Mitleid mit dir. ENDE."

Dienstag, 24. März 2020

Die Beichte.

(Heinz Fischer) "Hier spricht der Präsident, also der Ex-Präsident. Wer stört?"

(Alexander van der Bellen) "Guten Morgen Heinz, ich bin's, der Alexander! Ja, ich, weiß, es ist 4 Uhr früh, aber ich kann nicht mehr schlafen, ich muss unbedingt mit dir reden."

(H) "Lass mich raten. Du glaubst, du gehörst zu Risikogruppe und möchtest dich beim mir entschuldigen, weilst immer so garstig warst zu mir. Stimmt's?"

(A) "Na ja, fast. Beichten möchte ich. Ich muss das einfach einmal loswerden."

(H) "Dann, dann leg los, meiner grüner Freund, und deine Seele wird gesund."

(A) "Also, Heinzi, du erinnerst dich doch, wie du damals, 2004, Parlamentspräsident geworden bist, da bist du doch auf dem Sessel geklebt. Weißt du's noch?"

(H) „Natürlich, mir graust heute noch vor dem stinkenden, braunen Kaugummi."

(A) "Das war ich. Ich hab ein ganzes Packerl von diesem ekeligen Entwöhnungs-Gummi gekaut und dir dann hingelegt. Kannst du mir verzeihen, Heinzi?"

(H) "Also gut, aber nur, wenn du mir auch verzeihst, Alexander. Ich hab' da auch was ganz Schlimmes gemacht."

(A) "Sag bloß, du möchtest auch beichten. Dass ich nicht lache, darauf muss ich gleich eine rauchen gehen, sonst glaub ich's nicht. Heinzi, der Atheist, will beichten."

(H) "Ich bin kein Atheist, sondern Agnostiker. Und außerdem möchte ich nur auf der sicheren Seite sein. Man kann ja nie wissen, ob man konfessionell richtig liegt."

(A) "Nun sag endlich, was du verbockt hast, ich bin schon ganz neugierig. Du redest wie früher im Parlament ewig lange um den Brei herum. Wir sind nicht mehr die Jüngsten, also los Schurke, raus damit."

(H) „Sitzt du auch, Alexander? Mach das bitte, sonst haut's dich gleich um."

(A) "Was heißt da sitzen? Es ist 4 Uhr früh, da liegt ein Präsident im Bett. Überhaupt jetzt, da bleib ich daheim. Ich muss ja zum Wohle Österreichs gesund bleiben."

(H) "Du Alexander, ich muss jetzt aufhören, die Margot kommt gerade aus dem Bad. Wenn die merkt, dass ich beichte, nimmt sie mich nicht mehr ernst, verstehst du?"

(A) "Hat sie das jemals? Kann man jemanden mit deiner Frisur überhaupt ernst nehmen? Also leg auf und ruf mich an, wenn sie wieder weg ist. Servus. ENDE."

Mittwoch, 25. März 2020

Die Pause.

(Sepp Forcher) "Guten Morgen Öfterreich, guten Morgen insf Land. Waf gibtf?"

(Alexander Wrabetz) "Guten Morgen Sepp, ich bin's, der Alexander vom ORF. Kannst auf der Stelle aufhören mit deinem eigenartigen Akzent, ich weiß Bescheid. Der ist nicht echt, sondern nur eine Masche von dir, du alter Gauner."

(S) "Ach, Alexfander, du bift esf." 5 sec Pause "Wer hat's dir verraten, Alexander, wer ist der Schurke? Ich werde diesen Verräter vom Untersberg springen lassen."

(A) "Ach was, du kannst doch nicht den ORF ausrotten, wir haben da jede Menge Whistle blower. Wenn'st die alle springen lässt, gibt's bald kein Fernsehen mehr."

(S) "Hast schon recht, außerdem setz ich mich mit meinen 89 Jahren sicher nicht mehr ins Häfen. Alfo, waf ift lof? Entschuldige, was ist los?"

 (A) "Du, Sepp, ich muss dir eine Nachricht überbringen, die dich nicht sonderlich erfreuen wird. Also, du darfst ab sofort nicht mehr in den ORF kommen."

(S) „Ja, das weiß ich doch, ich soll zuhause bleiben, damit mich niemand ansteckt. Das hätte ich sowieso gemacht, aber trotzdem danke für deine Fürsorglichkeit."

(A) "Nun, es ist nicht nur eine Frage der Fürsorglichkeit, es ist auch eine, sagen wir, Frage des Verständnisses. Es versteht dich keiner mehr, die Jungen schon gar nicht."

(S) "Du meinst, wegen meines Sprachfehlers? Ach, den bring ich doch rasch weg. Ein paar Stunden bei einer Logopädin und dann noch ein bisschen Übung, passt wieder."

(A) "Nein, Sepp, darum geht's nicht, dein Lispler ist absolut sexy. Es ist eher das, was du von dir gibst und nicht so sehr, wie es sich anhört."

(S) „Aber den Menschen hat's doch bisher recht gut gefallen, oder etwa nicht? Außerdem könnte ich mir ja was einfallen lassen, jetzt hätte ich ja Zeit dazu."

(A) "Lieber Sepp, du bist großartig, danke für das Angebot. Doch wir haben gemeinschaftlich beschlossen, dass du dir eine längere Pause mehr als verdient hast."

(S) "Glaubst du wirklich, Alexander, dass die Jungen das im Griff haben, das mit der Heimat und so? Allein, wenn ich da an ihre scheußliche Musik denke. Ein Graus."

(A) "Was die Musik zur Sendung betrifft, da sehe ich kein Problem, da sind die Leute ja schon einiges gewohnt. Weißt was? Wir probieren's einfach. Bleib gsund. ENDE."


Donnerstag, 26. März 2020

Die Spaßvögel.

(Christa Kummer) „Hallo Marcus! Schön, dass du anrufst. Was gibt's, Herr Chef?"

(Marcus Wadsak) "Servus Christa. Ja, Chef ist gut und freu' dich nicht zu früh. Mich hat heute bereits der Bundeskanzler angerufen, wir haben einen Sonderauftrag."

(C) „Hey, das klingt spannend. Ich wollte schon immer einmal das Bond-Girl sein oder Spider Woman, aber Sonderauftrag und Task Force ist auch geil."

(M) „Christa, du bist Hellseherin, genau das hat der Bundeskanzler nämlich vorgeschlagen, eine Task Force zu bilden. Und das lieber heute als morgen."

(C) „Und worin besteht konkret unsere Aufgabe, was sollen wir tun, Commander?"

(M) „Nun, wir sollen dafür sorgen, dass die Österreicher vor dem Schlafengehen aufgeheitert werden, um die Nachrichten am nächsten Tag besser zu verkraften.“

(C) „Servus, ist der gefinkelt. Wie sollen wir das anstellen, hast du schon einen Plan, Herr Chef? Werden etwa die Tiefdruckgebiete abgeschafft, sollen wir schwindeln?"

(M) „Das hätte ich ihm vorgeschlagen, aber er meinte, manche Österreicher sind so schlau, das geht nur zwei, drei Tage gut. Aber seine Idee ist dafür echt genial."

(C) „Marcus, du brauchst jetzt keine Wahlrede für ihn zu halten, er ist bereits Bundeskanzler und außerdem mag ich ihn. Also, was schlägt er vor?“

(M) „Wir sollen uns lustig anziehen, positive Stimmung erzeugen und bei Bedarf auch ein bisschen schwindeln. Ich schlage vor, du ziehst einen rosa Strampelanzug an und trägst flauschige Pantoffel mit großer Quaste. High Heels kannst du vergessen.“

(C) „Na bravo. Und wie sieht dein urlustiges Outfit aus, was musst du ändern?"

(M) „Ich? Gar nichts, meint der Kanzler. Meine bunten Shirts sind lustig genug."

(C) „Das meinst du jetzt aber nicht ernst, glaubst du etwa ich mach mich zum Kasperl? Und ohne High Heels geht bei mir sowieso nichts.“

(M) „Apropos Kasperl, die Task Force hat auch schon einen Namen. Weather Clowns sollen wir heißen, aber das ist noch streng geheim. Hört sich gut an, oder?“

(C) „Marcus, ich glaube, du spinnst. Da mach ich nicht mit, ich bin kein Clown.“

(M) „Jetzt hör mal, Wetter-Fee. Erstens bin ich dein Chef und zweitens will das der Kanzler so. Also rück morgen gefälligst im Strampler an, braves Mädchen. ENDE."


Freitag, 27. März 2020

Kaiser-Talk.

(Robert Palfrader) „Hat er nicht alle Tassen im Schrank, so bald in der früh schon anzurufen? Wer ist er denn und was will er denn?"

(Sebastian Kurz) "Beruhig dich, oh du mein Kaiser. Ich bin's, der Sebastian, euer Kanzler und was ich will, ist einfach erklärt: Österreich retten!"

(R) „Das ist mir jetzt aber wirklich peinlich, eure …, also Herr Bundeskanzler. Sagen sie doch einfach Robert zu mir. Entschuldigens bitte vielmals, Eminenz.“

(S) „Passt schon, das kann passieren. Derzeit ist ja wirklich nix und keiner normal. Aber reden wir doch einmal von Wahl-Kaiser zu, sagen wir, Quoten-Kaiser.“

(R) „Was kann ich kleiner Wurm schon tun, um meinen geschätzten Kanzler bei der Rettung Österreichs zu unterstützen? So sagt er es mir doch.“

(S) „Ich suche ganz dringend einen Staatssekretär für Spaßangelegenheiten, quasi einen Spaßsekretär. Ist doch eine großartige Aufgabe und ein toller Titel, oder?“

(R) „Titel hin oder her, der ist natürlich verlockend, aber was bringt meinen Kanzler auf die Idee, dass ich derjenige sei, das geplagte Österreich erfolgreich zu bespaßen?“

(S) „Nun, so wie er es schafft, die Leute zu verar…., also zu verschaukeln, und die Menge ihm dann auch noch zujubelt, da hat er was, was es gerade jetzt braucht.“

(R) „Na, da fallen mir aber ganz andere Kaliber ein. Der Otto Schenk zum Beispiel, der Niavarani oder der Viktor Gernot, die könnten das ja auch machen. Na gut, der Schenk vielleicht nicht, der braucht kein Geld mehr, dem fehlt die Motivation.“

(S) „Keine falsche Bescheidenheit, geschätzter Robert. Ich brauche dich dringend in meinem Expertenteam, doch sollten wir schleunigst in Quarantäne gehen.“

(R) „Ich wusste es schon immer, dass mein Kanzler der Kanzler aller Österreicher ist, mit einem Weitblick, der seinesgleichen sucht. Darf ich einmal drüber schlafen?“

(S) „Aber beeil dich bitte, die Einzelzimmer im Bundeskanzleramt sind bald vergeben. Dann gibt’s nur mehr Vierbettzimmer mit Stockbetten. Und WC am Gang.“

(R) „Um Gottes Willen, eine Vierer-WG mit spaßbefreiten Politkern? Möge dieser Kelch an mir vorüberziehen. Mein Kanzler, ich bin auf der Stell‘ in deinen Diensten.“

(S) „Das freut mich, lieber Robert. Möge deine Energie bald mit uns sein. ENDE."



Samstag, 28. März 2020

Die Pechsträhne.

(Arno Nühm, Help-Line) „Willkommen bei der Krisen-Help-Line, Sie sprechen mit Arno Nühm. Wie kann ich Ihnen helfen?"

(Jim Glück) "Servus, ich bin Robin Hood, der Rächer der Enterbten. Und wenn Sie mich schon konkret fragen: mit 6.000 käme ich fürs erste ganz gut über die Runden."

(A) 3 sec Pause „Guter Mann, wir sind eine Help-Line für Menschen mit echten Problemen, mir ist jetzt wirklich nicht zum Scherzen, dafür habe ich keine Zeit."

(J) „Sie haben doch mit dem Blödsinn angefangen. Anonym, dass ich nicht lache. Ich bin Jim Glück und das Glück hat mich in den letzten Tagen schlagartig verlassen."

(A) „Sie haben falsch verstanden. Nicht Anonym, sondern Arno Nühm. So heiße ich wirklich, ist leider so. Also, wie kann ich Ihnen jetzt helfen?"

(J) „Na ja, ich bin Einzelunternehmer, aber derzeit geht in meinem Business gerade gar nichts. Null, nada, niente, verstehen Sie? Es kommt im Moment absolut nix rein."

(A) „Da sind Sie bei mir aber völlig falsch, ich kann Ihnen bestenfalls beim Thema Gesundheit helfen, und da auch nur konkret bei der aktuellen Situation, bei Corona."

(J) „Dann passt's ja, denn wenn das so weitergeht, habe ich wegen dem Corona noch länger keine Einkünfte. Und irgendwann macht mich das sicher richtig krank."

(A) „Bezüglich ihres Verdienstausfalls bitte ich Sie, sich an die Wirtschaftskammer zu wenden. Abhängig von Ihrer Branche wird Ihnen dann sicher weitergeholfen."

(J) „Ach ja, sind Sie sich da sicher? Dort habe ich bereits angerufen, die fühlen sich nicht zuständig. Keine Chance, meinen die, meine Branche wird nicht unterstützt."

(A) „Das kann ich mir nicht vorstellen. Im Fernsehen hat der Kanzler zugesagt, dass allen geholfen wird. Seltsam. In welcher Branche sind Sie denn tätig?"

(J) „Ich bin Spieler, Glücksspieler. Und seit zwei Wochen haben alle Spielcasinos geschlossen und zu den illegalen in Tschechien komme ich jetzt auch nicht mehr."

(A) „Herr Glück, Sie können von Glück reden, dass Sie mir jetzt nicht persönlich gegenüberstehen, da würde Sie nämlich das Glück noch ein wenig mehr verlassen."

(J) „Also ich bin sprachlos. Da hat man eine Pechsträhne, hofft auf Hilfe und dann diese Frechheit. Ich werde mich beim Kanzler beschweren, Sie Lümmel. ENDE."